Artikel „Wirksamkeit von Maßnahmen für den Kiebitz auf Äckern in Deutschland“ erschienen

Aufgrund des deutschlandweit starken Bestandsrückganges des Kiebitzes (Vanellus vanellus), vor allem in der Agrarlandschaft, wurde von 2014 bis 2020 das Projekt „Sympathieträger Kiebitz“ entwickelt und umgesetzt. Im Zuge des Projektes wurden Vorschläge für effektive Agrar-Umwelt-Klima-Maßnahmen abgeleitet und evaluiert.

Ergebnisse aus diesen Untersuchungen wurden nun in der Fachzeitschrift Natur und Landschaft veröffentlicht. Einzig mit der Maßnahme „Kiebitzinsel in Sommerungen“ konnte ein bestandserhaltener Bruterfolg erreicht werden. Wichtige Faktoren waren hierbei vorhandene Nassstellen und die Nachbarschaft zu existierenden Brutvorkommen. Die Maßnahme sollte bei Bedarf von Gelegeschutz flankiert und durch die Schaffung regionaler „Hotspots“ für den Bruterfolg (Optimalhabitate mit Ausschluss von Bodenprädatoren) ergänzt werden. Um Maßnahmen effizient umsetzen zu können, wird eine regionale Gebietsbetreuung gefordert. Aufgrund des Klimawandels sollte über eine Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes die Grundqualität für die Landschaft gesteigert werden.

Der Artikel bzw. die Ausgabe kann unter diesem Link über die Seite des Kohlhammer Verlags bezogen werden.

NABU startet Schutzprojekt bei Schwerin und sucht freiwillige Helfer

Einst ein typischer Vogel unserer Agrarlandschaft, wird der Kiebitz in den vergangenen Jahren immer seltener. Weltweit gibt es Bemühungen diesen Trend aufzuhalten. Auch der NABU Mecklenburg-Vorpommern startet im März ein Schutzprojekt nahe Schwerin. „Wir freuen uns über die Bereitschaft des Landwirts, die Schutzbemühungen zu unterstützen, sowie die gute Zusammenarbeit mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde“, sagt NABU Landesgeschäftsführerin Dr. Rica Münchberger. Ab März sollen auf den Flächen die Kiebitze beobachtet, die Nester gefunden und zum Schutz vor natürlichen Fressfeinden eingezäunt werden. „Der Aufwand ist groß, aber wir hoffen, dass wir viele freiwillige Helferinnen und Helfer finden, die dabei unterstützen“, sagt Benjamin Weigelt vom NABU Mecklenburg-Vorpommern, der das Projekt betreut. Er hofft, dass sich auch ältere Schüler und Jugendliche von der Aktion angesprochen fühlen und sich im Projekt engagieren. „Es ist eine tolle Gelegenheit, im praktischen Artenschutz aktiv zu werden.“

Die gesamte Beobachtungszeit läuft von März bis Juni. Die Zäune werden ab Legebeginn (Mitte/Ende April) aufgestellt und erst nach dem Schlupf der Küken, Anfang Juni, wieder abgenommen. „Dies ist wichtig, damit sich die Vögel zur Nahrungssuche und zum Schutz vor Fressfeinden, z. B. aus der Luft, vom Nest entfernen können. „So wollen wir zumindest den Schlupferfolg fördern“, hofft Benjamin Weigelt.

Wer das Schutzprojekt aktiv unterstützen möchte, meldet sich dafür per E-Mail unter benjamin.weigelt@nabu-mv.de. Am 9. März findet ein erstes Online-Vortreffen statt, bei dem der NABU-Ornithologe das Projekt und den Kiebitz mit seiner Lebensweise vorstellt. Auch geplant ist eine kleine praktische Einführung in der Naturschutzstation Schwerin, bei der die Helferinnen und Helfern mit allen im Projekt nötigen Abläufen und Handgriffen vertraut gemacht werden, damit sie sich in der Praxis dann alle sicher fühlen.

Für Rückfragen: Benjamin Weigelt, E-Mail: benjamin.weigelt@nabumv.de, Tel.: 0385-477 33 744

(Pressemitteilung des NABU MV vom 28.02.22)

Online-Sitzung der AG Kiebitzschutz am 30.09.2021

Liebe Interessierte des Kiebitzschutzes und der Agrarvögel,

gerne möchten wir an dieser Stelle auf die bevorstehende Online-Sitzung der AG Kiebitzschutz hinweisen.

Diese soll am 30.09.2021 von 15 bis etwa 18 Uhr stattfinden.

Schwerpunkte der Sitzung sind ein kurzer Rückblick auf das Projekt „Sympathieträger Kiebitz“ und Kurzberichte zum Kiebitzschutz aus verschiedenen Regionen Deutschlands. Weiterhin werden einige Ergebnisse aus unterschiedlichen Arbeitsgruppen, die sich mit dem Kiebitz auseinandergesetzt haben, vorgestellt.

Das Programm können Sie hier abrufen:

Die Anmeldung zur Sitzung können Sie auf folgender Seite vornehmen: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/artenschutz/kiebitz/27527.html.

Melden Sie Kiebitze in Mecklenburg-Vorpommern!

Der Kiebitz ist ein typischer Vogel der Agrarlandschaft. Sein Bestand ist seit Anfang der 1990er Jahre jedoch stark zurückgegangen. In Mecklenburg-Vorpommern gilt er als stark gefährdet. Grund dafür ist v. a. die intensive Landwirtschaft auf unseren Feldern. Der NABU hatte bereits 2017 dazu aufgerufen, Kiebitze zu melden, um bessere Infos über Bestand, Aufenthalt von Kiebitzen, Standorte und Lebensraumqualität herauszufinden. „Dies wollen wir nun für Mecklenburg-Vorpommern wieder aufgreifen“, sagt Benjamin Weigelt vom NABU-Team. „Gerade aus dem Landesinneren fehlen ausreichende Daten über die Kiebitzvorkommen.“

Was soll gemeldet werden?                                     
Es sollen sowohl Kiebitzansammlungen als auch Bruten von Kiebitzen gemeldet werden.

Wann soll man beobachten und melden?
Der Meldezeitraum ist Anfang März bis Anfang Juni.

Wo kann ich meine Daten melden? 
Per E-Mail an benjamin.weigelt@nabu-mv.de oder telefonisch in der Naturschutzstation unter 0385-477 33 744.

Landesweite Erfassung von Kiebitz und Uferschnepfe in Niedersachsen / Bremen 2020

Die Staatliche Vogelschutzwarte des Landes Niedersachsen im NLWKN und die Nds. Ornithologische Vereinigung e.V. führen 2020 eine landesweite Erfassung der Brutbestände von Kiebitz und Uferschnepfe in Niedersachsen und Bremen durch. Ziel der Erfassung ist es, ein möglichst umfassendes und aktuelles Bild über Bestand und Verbreitung beider Arten zu erhalten. Beide Arten stehen im Fokus landesweiter Schutzbemühungen, gehen in ihren Beständen aber weiterhin stark zurück.

Außerhalb der EU-Vogelschutzgebiete und weiterer regelmäßig erfasster Gebiete kann die Erfassung nur durch die ehrenamtliche Mitarbeit örtlicher Vogelkundler gelingen. Alle weiteren Informationen finden Sie unter

bzw. bei Rückfragen
v.blueml@bms-umweltplanung.de

Zweite Sitzung der AG Kiebitzschutz am 6. März 2020 im Thünen-Institut in Braunschweig

Am 6. März findet die 2. Sitzung der AG Kiebitzschutz auf Einladung des Thünen-Instituts für Ländliche Räume in Braunschweig statt. Auf kiebitzschutz.de finden Sie nähere Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung.

Wenn Sie Interesse an der Vorstellung Ihrer eigenen Ergebnisse im Rahmen der „Impulsvorträge“ haben, schreiben Sie bitte an kiebitzschutz@nabu.de unter Angabe von Titel und Personen. Wir werden uns dann mit Ihnen in Verbindung setzen.

Workshop „Kiebitzmonitoring in Deutschland“

22.-23. November 2019 am ILOEK in Münster

Ziel des Workshops war die Erarbeitung einheitlicher Standards als Grundlage für ein bundesweites Monitoring von Bruterfolgen von Kiebitzen (als Bruterfolg wird die Anzahl flügger Jungvögel pro Brutpaar und Jahr angesehen). Das Michael-Otto-Institut im NABU möchte ein solches Monitoring aufbauen und im Rahmen der AG Kiebitzschutz langfristig betreuen. Weitere Themen der Veranstaltung waren das Wiesenvogel-Monitoring sowie der Kiebitzschutz in Ostfriesland und in den Niederlanden.

Während des Workshops wurden zunächst zahlreiche Praxisbeispiele von Bruterfolgsmessungen an Kiebitzen und verwandten Watvogelarten aus Deutschland und den Niederlanden vorgestellt und diskutiert. In den Niederlanden wurden Küken und adulte Kiebitze farbberingt und mit Radiosendern ausgestattet, um Überlebens- und Wachstumsraten der Jungvögel möglichst genau zu bestimmen. In Deutschland wird der Bruterfolg von Kiebitzen hingegen in der Regel durch regelmäßige, meist etwa wöchentliche, Kartierungen von Familien mit Abschätzung des Kükenalters ermittelt.


Ausgewählte Vorträge als PDF:

Abstracts als PDF:


Während der Vorträge und anschließenden Diskussionen zeigte sich, dass eine bundesweit einheitliche Methode kaum umzusetzen sein wird, da das Vorgehen im Gelände stark von den lokalen Gegebenheiten abhängig ist (Sichtbarkeit der Küken, personelle und finanzielle Ausstattung, Erfahrung der Bearbeiter, Empfindlichkeit der Gebiete gegenüber Störungen). Es sollte vielmehr gründlich dokumentiert werden, welche Methode verwendet worden ist, auch um ältere Daten mit einbeziehen zu können. Es sollen jedoch Mindeststandards definiert werden. Es wurde darüber hinaus der Wunsch geäußert, auch Rohdaten an zentraler Stelle zu archivieren, um mit den Daten nachträglich so flexibel wie möglich arbeiten zu können. Das weitere Vorgehen mit dem Ziel einer bundesweiten Datenbank für Bruterfolgsdaten von Kiebitzen soll in einer kleineren Runde weiter ausgearbeitet werden. Über den Stand soll auf dem nächsten Treffen der AG Kiebitzschutz im März 2020 berichtet werden.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops Kiebitzmonitoring in Deutschland. Foto: NABU-Naturschutzstation Münsterland

Der Workshop fand im Rahmen des Projekts „Sympathieträger Kiebitz“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt sowie der AG Kiebitzschutz statt. Er war von der NABU-Naturschutzstation Münsterland, dem Michael-Otto-Institut im NABU sowie dem Institut für Landschaftsökologie (ILOEK) der Universität Münster organisiert worden.


Autor / Kontakt: Dominic Cimiotti, NABU (Dominic.Cimiotti@NABU.de)

Publikation zur Populationsbiologie des Kiebitzes erschienen

Mindestens 0,8 flügge Junge pro Brutpaar und Jahr nötig

Die Schweizerische Vogelwarte, die niederländische Organisation Sovon (Vogelonderzoek Nederland) und das Michael-Otto-Institut im NABU haben eine neue Studie zur Populationsbiologie des Kiebitzes in Mitteleuropa veröffentlicht. Die im Fachblatt Animal Conservation erschienene Arbeit setzte Daten zu Überlebensraten und Reproduktionserfolgen von Kiebitzen miteinander in Beziehung. Dabei wurde ein zu geringer Reproduktionserfolg als wesentliche Ursache für den Rückgang der mitteleuropäischen Kiebitz-Populationen identifiziert. Auf Grund der ermittelten Überlebensraten der Kiebitze liegt der bestandserhaltende Bruterfolg bei 0,8 (Schleswig-Holstein) bis 0,9 (Niederlande) flüggen Jungvögeln pro Brutpaar und Brutsaison.

Plard, F., Bruns, H.A., Cimiotti, D.V., Helmecke, A., Hötker, H., Jeromin, H., Roodbergen, M., Schekkerman, H., Teunissen, W., van der Jeugd, H. & Schaub, M. (2019): Low productivity and unsuitable management drive the decline of central European lapwing populations. Animal Conservation. doi:10.1111/acv.12540

Abstract der Arbeit: https://zslpublications.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/acv.12540


Autor / Kontakt: Dominic Cimiotti, NABU (Dominic.Cimiotti@NABU.de)