Gelege finden

Wo Kiebitze brüten, kann es notwendig sein, das Gelege für den Bewirtschaftenden mit einer Markierung zu kennzeichnen. Ein großflächiges Ablaufen der Fläche zum Auffinden der Gelege dauert zu lange und verursacht zu viele Störungen. Für die gezielte Suche ist es hilfreich, als Peilpunkte zunächst markante Strukturen im Hintergrund (zum Beispiel einen Baum) und auch am Neststandort (zum Beispiel einen Maulwurfshaufen) aufzuzeichnen oder zu fotografieren. Eine gute Orientierung bieten auch Ackerfurchen. Hilfreich ist es, wenn eine Person den Gelegestandort im Blick behält, während eine zweite Person per Mobiltelefon oder Funkgerät dorthin geführt wird.

Brütende Weibchen sitzen tief. Bei der Nestsuche
kann man Landmarken zum Peilen nutzen. Zeichnung: © NABU/Jan Weinbecker

Schicksale von Kiebitz-Gelegen erkennen

Geschlüpfte Gelege erkennt man an kleinen Splittern der Eischale in der Nestmulde. Wurde das Gelege von einem Fuchs prädiert, ist die Nestmulde meist völlig leer. Mitunter findet man jedoch in der Nähe Reste der Eier mit typischen Spuren. Sie sind seitlich aufgebissen, manchmal sieht man Spuren der Eckzähne. Bei von Mardern gefressenen Eiern sind das Loch in der Eischale und die Zahnabstände kleiner. Durch Vögel erbeutete Eier haben ein großes, unregelmäßiges Loch oder sind vollständig zerstört, mit sichtbaren Dotterresten. Viehtritt, überfahrene oder bei der Mahd beschädigte Gelege sind anhand der Spuren in der Nestumgebung erkennbar. Wurden Gelege von den Alt-vögeln aufgegeben oder bleiben taube Eier zurück, liegen diese kalt und morgens oft taunass im Nest und wachsen langsam in die Vegetation ein. Diese sollte man im Nest liegen lassen.

Kleine Schalenreste deuten auf Schlupf hin. Zeichnung: © NABU/Jan Weinbecker
Prädierte Eier sind häufig seitlich aufgebrochen. Zeichnung: © NABU/Jan Weinbecker