Das LIFE IP GrassBirdHabitats ist eines der größten Wiesenvogelschutzprojekte Europas und wird im Rahmen des EU-LIFE-Programms gefördert. Ziel des zehnjährigen Projekts (2020–2030) ist es, Lebensräume für Wiesenvögel wie den Kiebitz wiederherzustellen und langfristig zu sichern . Im Mittelpunkt stehen die Verbesserung von Brutgebieten der Wiesenlimikolen in Niedersachsen und den Niederlanden und die Sicherung geeigneter Rast- und Überwinterungsgebiete entlang der ostatlantischen Zugroute. Dies erfolgt in enger internationaler Zusammenarbeit insbesondere zwischen Deutschland, den Niederlanden und Senegal.

Eine Gruppe von Vögeln steht in einem schilfigen, wasserreichen Gebiet mit braunem Gras im Hintergrund.

Kiebitzgruppe auf wiedervernässten Flächen im Ochsenmoor im Landkreis Diepholz (Foto: O. Lange/NLWKN)


In Niedersachsen werden durch das Projekt in 27 Natura-2000-Gebieten konkrete Maßnahmen des Wiesenvogelschutzes umgesetzt. Dazu gehören die Wiedervernässung von Feuchtgrünland, die Optimierung des Wasserhaushalts, eine wiesenvogelfreundliche Bewirtschaftung sowie ein gezieltes Prädatorenmanagement. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch ein umfangreiches Monitoring im engen Austausch mit Landnutzenden und weiteren Projektpartnern. In Kooperation mit dem Max-Planck Institut für biologische Intelligenz, Abteilung Ornithologie, und der Universität Groningen werden unter anderem Fragen zum Verhalten der Vögel, ihrer Raumnutzung, Zugstrategien und Nahrung der Kiebitze wissenschaftlich untersucht.

Ein Nest mit mehreren Küken, die im Gras liegen, umgeben von einer offenen Wiesenlandschaft und wolkigem Himmel.

Vier kürzlich geschlüpfte Kiebitzküken am Dümmer in einem vom MPI-Team untersuchten Nest. (Foto: H. Prüter/NLWKN)


Für den Kiebitz schafft und erhält das Projekt wertvolle Brut- und Nahrungslebensräume und verbessert so die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Bruterfolg. Gleichzeitig fließen die Erfahrungen aus den niedersächsischen Projektgebieten in einen internationalen Schutzplan ein, der den Wiesenvogelschutz entlang der gesamten Zugroute stärken soll.

Ein Vogel steht in einem blühenden Grasfeld, mit einem auffälligen Gefieder und bunten Identifikationsbändern an den Beinen.

Beringter Kiebitz Jungvogel (Foto: C. Marlow/NLWKN)

Veröffentlicht: 07/2026

Autor*innen:

Heinrich Belting, Dr. Hanna Prüter, Giulia La Spina

NLWKN, Naturschutzstation Dümmer, Am Ochsenmoor 52, 49448 Hüde

E-Mail: Hanna.Prueter@nlwkn.niedersachsen.de

Homepage: GrassBirdHabitats: Home (www.grassbirdhabitats.eu)