Der Kiebitz brütet seit über 100 Jahren in der Wauwiler Ebene im Kanton Luzern. Um die Jahrtausendwende stand der Kiebitz in der Wauwiler Ebene und in der Schweiz kurz vor dem Aussterben, was nur dank intensiven Schutz- und Förderbemühungen verhindert werden konnte. Sein Bestand hat sich in der Schweiz seit 2005 mehr als verdoppelt und es brüten wieder rund 200 Paare. Der seltene Bodenbrüter wird auf der Roten Liste aber nach wie vor als stark gefährdet (EN) geführt und ist auf spezifische Massnahmen angewiesen.
In der Wauwiler Ebene fördert die Schweizerische Vogelwarte die traditionsreiche Kiebitzkolonie seit 2005. Schutz- und Fördermassnahmen werden zusammen mit Landwirten, Behörden und Freiwilligen umgesetzt. Nester werden gesucht, markiert, bei der Bewirtschaftung verschont und mit Elektrozäunen eingezäunt. Zudem werden geeignete Brutflächen für den Kiebitz geschaffen. Um die Effizienz der Massnahmen zu dokumentieren und deren langfristige Weiterentwicklung zu ermöglichen, werden Bestandsgrösse, Schlupferfolg und Überlebensraten der Küken bis ins Flügglingsalter ermittelt.
Der Schutz der Gelege vor der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung, die Schaffung brachliegender Felder sowie das Einzäunen von Brutflächen haben sich positiv auf den Kiebitzbestand ausgewirkt. Der Schlupferfolg konnte deutlich erhöht werden. Der Bruterfolg liegt im Mittel bei über dem populationserhaltenden Wert von 0,8 Flügglingen pro Brutpaar. Als Folge davon ist der Brutbestand in der Wauwiler Ebene von 15 –25 Brutpaaren (2005) auf 60 Brutpaare (2015) angestiegen. Seit 2015 schwankt der Brutbestand zwischen 40 und 70 Brutpaaren.
Weitere Informationen und jährliche Berichte zum Förderprojekt in der Wauwiler Ebene finden sich hier:
https://www.vogelwarte.ch/de/projekte/artenfoerderung-kiebitz/
